Schimmel und Feuchteschäden

Taupunkt-Rechner: Schimmelrisiko in Ihren Räumen prüfen

Wächst in Ihrer Wohnung Schimmel – oder ist es nur feuchte Luft? Die Antwort hängt an einer einzigen Zahl: der Temperatur der kältesten Stelle im Raum. Fällt sie unter den Taupunkt Ihrer Raumluft, schlägt sich dort Wasser nieder. Und schon deutlich davor, ab 80 % Feuchte an der Oberfläche, keimen Schimmelsporen auf Tapete, Putz und Gipskarton.

Dieser Check rechnet Ihnen genau das aus. Sie geben Raumtemperatur und Luftfeuchte ein und ergänzen Ihre Adresse – die amtlichen Messwerte des Deutschen Wetterdienstes für Ihren Ort holt der Rechner selbst dazu. Sie erhalten eine Ampel, die Temperatur Ihrer kältesten Wandstelle und eine Lüftungsempfehlung, die zum heutigen Wetter passt statt zu einer Faustregel.

Taupunkt und Schimmelrisiko online berechnen

Raumtemperatur und Luftfeuchte eingeben, Adresse ergänzen – der Check holt die amtlichen Messwerte des Deutschen Wetterdienstes für Ihren Ort automatisch dazu, schätzt daraus die Temperatur der kältesten Wandstelle und sagt Ihnen, ob dort Schimmel wachsen kann. Ohne E-Mail und ohne Registrierung.

Wie ist das Klima im Raum?

Ablesen an einem Thermo-Hygrometer, das frei im Raum steht – nicht auf der Fensterbank und nicht neben der Heizung.

Adresse oder Postleitzahl genügt. Wir holen das aktuelle Außenklima automatisch dazu.

Außenklima an Ihrer Adresse

noch nicht abgerufen

Wie ist die Außenwand gedämmt?

Daraus schätzen wir, wie kalt die kälteste Stelle Ihrer Außenwand wird – die Raumecke hinter dem Schrank, die Fensterlaibung, der Deckenanschluss.

Um welchen Raum geht es?

Bestimmt die empfohlene Lüftungshäufigkeit. Beim Keller rechnen wir zusätzlich damit, dass das Mauerwerk am Erdreich im Sommer deutlich kühler bleibt als die Raumluft.

Bei sichtbarem Befall oder Streit mit Vermieter und Versicherung klärt ein Sachverständiger die Ursache vor Ort.

So funktioniert der Schimmelrisiko-Check

Drei Angaben, keine zwei Minuten. Jede Annahme, die der Rechner trifft, steht unter dem Ergebnis – Sie sehen also nicht nur das Resultat, sondern auch, worauf es beruht.

Raumklima eingeben

Raumtemperatur und relative Luftfeuchte lesen Sie an einem Thermo-Hygrometer ab. Wichtig ist der Standort: mittig im Raum, in Kopfhöhe, nicht auf der Fensterbank, nicht über der Heizung und nicht an der Außenwand. Lassen Sie das Gerät eine halbe Stunde stehen, bevor Sie ablesen.

Messen Sie in dem Raum, um den es geht. Ein Schlafzimmer erreicht nach einer Nacht mit zwei Personen regelmäßig 65 bis 70 % Luftfeuchte, ein Bad nach dem Duschen kurzzeitig über 90 %. Ein Mittelwert über die ganze Wohnung verdeckt genau die Stelle, an der der Schaden entsteht.

Adresse ergänzen – die Außenwerte kommen vom Deutschen Wetterdienst

Der Rechner sucht die Messstation des Deutschen Wetterdienstes, die Ihrer Adresse am nächsten liegt, und übernimmt deren aktuelle Stundenwerte für Temperatur und Luftfeuchte. Name der Station, Entfernung und Messzeitpunkt stehen im Ergebnis – Sie sehen also, woher der Wert stammt.

Diese Angabe ist mehr als Beiwerk. Sie entscheidet darüber, ob Lüften Ihre Raumluft trocknet oder zusätzlich befeuchtet. Im Winter trocknet kalte Außenluft fast immer, weil sie kaum Wasser tragen kann. An einem schwülen Sommertag bringt dieselbe Handlung in einen kühlen Keller Feuchtigkeit hinein und verschlimmert den Schaden.

Meldet für Ihre Lage gerade keine Station, sagt der Rechner das offen und Sie tragen die beiden Außenwerte selbst ein. Ein erfundener Wert würde die Lüftungsempfehlung ins Gegenteil verkehren – deshalb gibt es ihn hier nicht.

Dämmstandard wählen oder die Wand messen

Zuletzt wählen Sie, wie die Außenwand gebaut ist. Daraus schätzt der Rechner, wie weit die Temperatur in der Raumecke unter die Raumtemperatur fällt. Liegt Ihnen eine Messung mit einem Infrarot-Thermometer vor, tragen Sie diese ein – eine Messung ersetzt jede Schätzung und macht das Ergebnis belastbar.

Was der Taupunkt ist – und warum er über Schimmel entscheidet

Luft kann nur eine begrenzte Menge Wasser als unsichtbaren Dampf tragen, und diese Menge hängt an ihrer Temperatur. Warme Luft trägt viel, kalte Luft wenig. Der Taupunkt ist die Temperatur, auf die Sie diese Luft abkühlen müssten, damit sie vollständig gesättigt ist. Kühlt sie noch weiter ab, gibt sie den Überschuss als flüssiges Wasser ab.

In einem Raum passiert das nicht in der Luft, sondern an der kältesten Fläche: an der Fensterscheibe, in der Zimmerecke hinter dem Schrank, an der Fensterlaibung, am Deckenanschluss. Ein Beispiel: Bei 20 °C und 60 % Luftfeuchte liegt der Taupunkt bei 12,0 °C. Jede Fläche im Raum, die kälter als 12 °C ist, wird nass – unabhängig davon, wie gut Sie lüften.

  • Raumtemperatur – je wärmer der Raum, desto mehr Wasser kann die Luft aufnehmen, ohne dass etwas kondensiert.
  • Relative Luftfeuchte – sie sagt, wie weit die Luft von ihrer Sättigung entfernt ist.
  • Oberflächentemperatur – die eigentlich entscheidende Größe, und die einzige, die Sie in der Wohnung nicht ablesen können.

Die ersten beiden Werte messen Sie selbst. Den dritten schätzt der Rechner aus dem Bauzustand der Wand und dem Außenklima – das ist der Rechenschritt, den ein reiner Taupunkt-Rechner nicht leistet.

Die 80-Prozent-Regel: Schimmel braucht kein Kondenswasser

Ein verbreiteter Irrtum lautet, Schimmel entstehe erst, wenn Wasser an der Wand steht. Tatsächlich beginnen die üblichen Bau- und Wohnschimmelarten schon deutlich früher zu keimen. Als kritische Grenze gilt eine relative Feuchte von 80 % unmittelbar an der Oberfläche, gehalten über mehrere Tage. Bei Tapete, Kleister, Gipskarton und Raufaser genügt das vollständig – diese Materialien liefern die Nährstoffe gleich mit.

Feuchte an der WandoberflächeBewertungWas zu tun ist
unter 70 %unbedenklichKeine Maßnahme nötig, Werte gelegentlich kontrollieren.
70 bis 79 %erhöhtes RisikoFeuchte senken: konsequenter lüften, Raum etwas wärmer halten, Möbel abrücken.
80 bis 99 %SchimmelgefahrSofort handeln. Schimmel kann keimen, auch wenn die Wand trocken aussieht.
100 % (Taupunkt erreicht)TauwasserWasser schlägt sich nieder. Ursache klären lassen, Lüften allein genügt hier meist nicht.

Deshalb nennt Ihnen der Check nicht nur eine Ampel, sondern auch die höchste unbedenkliche Raumluftfeuchte für Ihre Wand. Das ist der Wert, den Sie an Ihrem Hygrometer im Blick behalten müssen – und er ist bei jeder Wohnung ein anderer.

Warum die Raumecke der kritische Punkt ist

Der Schaden zeigt sich fast nie mitten auf der Wand, sondern in der Ecke. Das hat zwei Gründe: Eine Außenecke gibt über zwei Flächen Wärme nach außen ab, nimmt aber nur über die schmale Innenkante Wärme aus dem Raum auf. Und dort bewegt sich die Raumluft am wenigsten, besonders hinter einem Schrank oder einem Sofa.

Die Bauphysik rechnet dieses Verhalten über den Temperaturfaktor ab: Er sagt, welchen Anteil des Temperaturunterschieds zwischen drinnen und draußen die Oberfläche noch mitmacht. Die DIN 4108-2 verlangt für die Vermeidung von Schimmel mindestens 0,70. Der Rechner setzt dabei den Wärmeübergangswiderstand für Raumecken an – denselben Ansatz, mit dem auch ein Sachverständiger eine Ecke beurteilt, wenn keine Messung vorliegt.

Baualter der AußenwandU-Wert (W/m²K)TemperaturfaktorWandecke bei 20 °C innen und 0 °C außen
bis 1977, ungedämmtrund 1,40,65rund 13,0 °C
1978 bis 1994rund 0,80,80rund 16,0 °C
1995 bis 2001rund 0,50,88rund 17,5 °C
2002 bis 2015rund 0,350,91rund 18,3 °C
ab 2016 oder saniertrund 0,220,95rund 18,9 °C

Der Unterschied ist beträchtlich: In einem ungedämmten Altbau liegt die Ecke bei diesen Bedingungen bei rund 13 °C – bei 20 °C und 60 % Raumfeuchte sind das gut 93 % Oberflächenfeuchte und damit klare Schimmelgefahr. Im gedämmten Neubau bleiben unter denselben Bedingungen rund 65 %. Dasselbe Lüftungsverhalten führt also im einen Haus zum Schaden und im anderen nicht.

Richtig lüften: Was die Rechnung Ihnen voraus hat

„Dreimal täglich lüften“ ist keine schlechte Regel, nur eine ungenaue. Ob Lüften hilft, hängt daran, ob die Außenluft absolut weniger Wasser enthält als Ihre Raumluft – nicht daran, welche relative Feuchte das Wetter meldet. Genau diesen Vergleich stellt der Check an und sagt Ihnen, welche Raumfeuchte Sie mit der heutigen Außenluft überhaupt erreichen können.

AußentemperaturDauer der StoßlüftungHinweis
unter 0 °C4 bis 6 MinutenDie Luft ist sehr schnell ausgetauscht, die Wände kühlen kaum aus.
0 bis 5 °C5 bis 10 MinutenDer klassische Winterfall: Lüften trocknet zuverlässig.
5 bis 15 °C8 bis 20 MinutenÜbergangszeit, Dauer nach Empfinden verlängern.
über 15 °C15 bis 30 MinutenPrüfen, ob die Außenluft überhaupt trockener ist – im Sommer oft nicht.
  • Stoßlüften statt Kippen. Ein gekipptes Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt aber die Laibung dauerhaft aus – der Schimmel wächst dann genau dort.
  • Querlüften halbiert die Zeit. Zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen tauscht die Raumluft in wenigen Minuten vollständig.
  • Heizkörper zudrehen, aber nur währenddessen. Danach wieder auf die alte Stufe. Ein kalter Raum hat eine kalte Wand.
  • Möbel abrücken. Mindestens fünf Zentimeter Abstand zur Außenwand, damit die Luft dahinter zirkulieren kann.
  • Feuchtequellen zuerst abstellen. Wäsche in der Wohnung trocknen, Aquarien und viele Pflanzen bringen Liter pro Tag in die Raumluft.

Und im Sommer gilt oft das Gegenteil: Warme Außenluft mit 20 °C und 70 % Feuchte trägt mehr Wasser als kühle Kellerluft mit 14 °C und 75 %. Wer dann tagsüber die Kellerfenster öffnet, produziert Kondenswasser an den kalten Wänden. Der Check erkennt diesen Fall und sagt es Ihnen ausdrücklich.

Wenn Lüften nicht mehr genügt

Ein Teil aller Schimmelschäden ist kein Nutzungsproblem, sondern ein bauliches. Zeigt der Check auch bei vernünftigen Werten Rot, oder kehrt der Schimmel nach jeder Reinigung zurück, liegt die Ursache mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht am Lüftungsverhalten:

  • Wärmebrücken an Balkonplatten, Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenanschlüssen – dort ist die Wand konstruktiv kalt.
  • Undichte Gebäudehülle nach einem Fenstertausch ohne begleitende Dämmung: Die neuen Fenster sind dicht, die Wand bleibt der kälteste Punkt.
  • Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk bei fehlender oder defekter Horizontalsperre, typisch im Altbaukeller.
  • Undichte Leitungen, ein defektes Dach, eine schadhafte Abdichtung – ein Wasserschaden, der über Monate unbemerkt bleibt.
  • Restfeuchte im Neubau: Estrich und Putz geben in den ersten beiden Jahren erhebliche Mengen Wasser ab.

In diesen Fällen misst ein Sachverständiger vor Ort – mit Thermografie, Feuchtemessung im Baustoff und, wo nötig, mit einer Raumluftmessung auf Sporen. Erst diese Untersuchung klärt die Ursache, und nur eine geklärte Ursache lässt sich dauerhaft beseitigen.

Was dieser Check leisten kann – und was nicht

Der Rechner arbeitet mit anerkannten bauphysikalischen Formeln: der Magnus-Formel für den Sättigungsdampfdruck und dem Temperaturfaktor nach DIN 4108-2. Seine Aussage ist so gut wie Ihre Eingaben. Die geschätzte Wandtemperatur beruht auf einem typischen U-Wert Ihrer Baualtersklasse – die tatsächliche Wand kann davon abweichen, etwa durch eine Innendämmung, eine besonders dicke Bruchsteinwand oder eine ausgeprägte Wärmebrücke.

Der Check ersetzt deshalb keine Untersuchung vor Ort und kein schriftliches Gutachten. Für ein Mietverhältnis, eine Versicherung oder ein Gerichtsverfahren zählt allein, was ein Sachverständiger gemessen, dokumentiert und begründet hat. Als Vorprüfung sagt Ihnen der Check aber verlässlich, ob es sich lohnt, genauer hinzusehen – und mit welchen Werten Sie in ein Gespräch gehen.

Häufige Fragen zu Taupunkt und Schimmelrisiko

Welche Luftfeuchtigkeit ist in der Wohnung richtig?

Als Faustregel gelten 40 bis 60 % relative Luftfeuchte bei 20 °C. Der maßgebliche Wert hängt aber an Ihrer Wand: In einem ungedämmten Altbau kann bereits die Marke von 50 % kritisch sein, in einem gedämmten Neubau sind 60 % unbedenklich. Der Check nennt Ihnen die höchste unbedenkliche Raumfeuchte für Ihre konkrete Situation.

Wie berechnet man den Taupunkt?

Der Taupunkt wird aus Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte über die Magnus-Formel berechnet. Bei 20 °C und 60 % Luftfeuchte liegt er bei 12,0 °C, bei 20 °C und 50 % bei 9,3 °C. Jede Oberfläche, die kälter ist als dieser Wert, beschlägt. Der Rechner auf dieser Seite nimmt Ihnen die Rechnung ab und vergleicht das Ergebnis zusätzlich mit der geschätzten Temperatur Ihrer Wand.

Ab wann wächst Schimmel an der Wand?

Nicht erst bei sichtbarem Kondenswasser. Die üblichen Wohnschimmelarten keimen, wenn die relative Feuchte unmittelbar an der Oberfläche über mehrere Tage bei 80 % oder darüber liegt. Auf Tapete, Kleister und Gipskarton genügt das, weil diese Materialien den Nährboden mitliefern.

Woher stammen die Außenwerte im Rechner?

Aus den stündlichen Beobachtungen der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes, die dieser als Open Data frei veröffentlicht. Der Rechner verwendet die Station, die Ihrer Adresse am nächsten liegt, und weist Stationsname, Entfernung und Messzeitpunkt im Ergebnis aus.

Hilft ein Luftentfeuchter gegen Schimmel?

Er senkt die Raumluftfeuchte und verschafft damit Zeit, ändert aber nichts an einer zu kalten Wand. Bei einer Wärmebrücke oder aufsteigender Feuchte behandelt ein Entfeuchter das Symptom und verursacht dauerhaft Stromkosten. Sinnvoll ist er als Übergangslösung und in Kellern, in denen Lüften im Sommer nicht funktioniert.

Wer zahlt den Schimmelgutachter – Mieter oder Vermieter?

Wer den Gutachter beauftragt, zahlt ihn zunächst. Bestätigt das Gutachten eine bauliche Ursache, kann der Mieter die Kosten regelmäßig vom Vermieter ersetzt verlangen; liegt die Ursache im Nutzungsverhalten, bleibt er darauf sitzen. Eine dokumentierte Messreihe mit Thermo-Hygrometer über mehrere Wochen ist deshalb vor jeder Beauftragung die günstigste Vorbereitung.

Ist der Schimmelrisiko-Check kostenlos?

Ja. Der Check ist kostenfrei, ohne Registrierung und ohne E-Mail-Adresse nutzbar. Ihre Eingaben werden ausschließlich in Ihrem Browser verarbeitet; an unseren Server geht nur die Ortsangabe, mit der die Wetterstation gesucht wird.