Heizung und Energieverbrauch

Heizkosten-Rechner: Ihren Heizverbrauch prüfen und einordnen

18.000 Kilowattstunden im Jahr – ist das viel? Die Frage lässt sich nur beantworten, wenn drei Dinge dazukommen: die Wohnfläche, das Baujahr des Gebäudes und das Wetter des Abrechnungszeitraums. Ohne sie ist jede Zahl auf der Heizkostenabrechnung nur eine Zahl.

Dieser Check rechnet Ihnen genau das aus. Sie tragen Verbrauch und Wohnfläche ein und ergänzen Ihre Adresse – die amtlichen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes für Ihre Region kommen automatisch dazu. Das Ergebnis ist ein witterungsbereinigter Verbrauchskennwert, die Einordnung wie im Energieausweis und ein Satz, der die Sache auf den Punkt bringt: um wie viel Prozent Ihr Verbrauch über oder unter dem liegt, was vergleichbare Gebäude benötigen.

Heizverbrauch online prüfen und vergleichen

Verbrauch und Wohnfläche eingeben, Adresse ergänzen – der Check holt die amtlichen Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes für Ihre Region dazu, rechnet den Einfluss des Wetters heraus und vergleicht Ihren Verbrauch mit dem typischen Wert vergleichbarer Gebäude. Ohne E-Mail und ohne Registrierung.

Womit heizen Sie?

Der Energieträger entscheidet, wie viele Kilowattstunden hinter Ihrer abgerechneten Menge stecken.

Die Menge für zwölf Monate, wie sie auf Ihrer Jahresabrechnung steht.

Nur für die Umrechnung eines Mehrverbrauchs in Euro. Ohne Angabe bleibt das Ergebnis in Kilowattstunden.

Um welches Gebäude geht es?

Bauform und Baujahr entscheiden darüber, welcher Verbrauch überhaupt normal ist.

Nur die Räume, die tatsächlich beheizt werden. Deckt Ihre Abrechnung ein ganzes Haus ab, tragen Sie dessen gesamte Wohnfläche ein.

Maßgeblich ist der heutige Zustand: Ein Altbau mit Vollwärmeschutz gehört in die Stufe „umfassend saniert“.

Ist das Warmwasser im Verbrauch enthalten?

Erwärmt Ihre Heizung auch das Trinkwasser, steckt es in derselben Abrechnung – dann gehört es auch in den Vergleichswert.

Adresse oder Postleitzahl genügt. Wir holen die Klimadaten Ihrer Region für den gewählten Zeitraum automatisch dazu.

Gewählter Zeitraum: Januar 2025 bis Dezember 2025. Der Zeitraum umfasst immer zwölf Monate.

Klimadaten Ihrer Region

noch nicht abgerufen

Bleibt der Verbrauch trotz Maßnahmen zu hoch, findet ein Sachverständiger die Ursache am Gebäude und an der Anlage.

So funktioniert der Heizkosten-Check

Drei Angaben, keine drei Minuten. Jede Annahme, die der Rechner trifft, steht unter dem Ergebnis – Sie sehen also nicht nur das Resultat, sondern auch, worauf es beruht.

Verbrauch und Energieträger eintragen

Nehmen Sie die Menge aus Ihrer Jahresabrechnung: Kilowattstunden bei Gas und Fernwärme, Liter bei Heizöl, Kilogramm bei Pellets, Kilowattstunden Strom bei der Wärmepumpe. Wichtig ist, dass der Zeitraum tatsächlich zwölf Monate umfasst – eine Abrechnung über neun Monate ergibt zwangsläufig einen zu niedrigen Kennwert.

Steht auf Ihrer Gasrechnung sowohl der Zählerstand in Kubikmetern als auch der Verbrauch in Kilowattstunden, nehmen Sie die Kilowattstunden. Ihr Versorger hat dafür den Brennwert Ihres Netzgebiets und die Zustandszahl verwendet; das ist genauer als jede allgemeine Umrechnung.

Bei einer Wärmepumpe zählt nicht der Strom, sondern die Wärme, die daraus wird. Deshalb fragen wir zusätzlich nach der Jahresarbeitszahl. Viele Geräte zeigen sie im Menü an; liegt sie Ihnen nicht vor, ist 3,5 ein üblicher Ausgangspunkt für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bestand.

Das Gebäude beschreiben

Beheizte Wohnfläche, Bauform und Baualtersklasse bestimmen den Vergleichswert. Zur Wohnfläche gehört jeder Raum, der tatsächlich beheizt wird – das ausgebaute Dachgeschoss zählt mit, die unbeheizte Garage nicht. Deckt Ihre Abrechnung ein ganzes Mehrfamilienhaus ab, tragen Sie dessen gesamte Wohnfläche ein.

Bei der Baualtersklasse zählt der heutige Zustand, nicht das Baujahr allein. Ein Altbau von 1955 mit Vollwärmeschutz, neuen Fenstern und gedämmter Kellerdecke gehört in die Stufe „umfassend saniert“ – sonst vergleicht der Rechner ihn mit einem ungedämmten Haus und bescheinigt ihm einen Sparerfolg, den es nicht gibt.

Adresse ergänzen – die Klimadaten kommen vom Deutschen Wetterdienst

Der Rechner holt zwei amtliche Angaben: den Klimafaktor Ihrer Postleitzahl für den gewählten Abrechnungszeitraum und die Gradtage der nächstgelegenen Messstation, samt deren langjährigem Mittel. Beides ist freies Open-Data-Angebot des Deutschen Wetterdienstes; Entfernung der Station und Bezugszeitraum stehen im Ergebnis.

Liegt für Ihre Lage und Ihren Zeitraum kein Klimafaktor vor, sagt der Rechner das offen und rechnet unbereinigt weiter. Ein erfundener Faktor wäre schlimmer als keiner: Er würde einen Sparerfolg vortäuschen oder einen Mangel behaupten, den es nicht gibt.

Warum das Wetter aus dem Vergleich heraus muss

Zwischen einem milden und einem kalten Winter liegen in Deutschland leicht 15 Prozent Heizenergie – bei völlig unverändertem Gebäude und unverändertem Verhalten. Wer zwei Abrechnungen nebeneinanderlegt, vergleicht deshalb zuerst zwei Winter und erst danach zwei Verbräuche.

Die Fachwelt löst das über Gradtage nach VDI 3807: An jedem Tag, an dem geheizt wird, wird die Differenz zwischen der Raumtemperatur von 20 °C und der mittleren Außentemperatur aufsummiert. Ein Jahr mit 3.400 Gradtagen war kälter als eines mit 3.000. Der Deutsche Wetterdienst berechnet daraus je Postleitzahl den Klimafaktor: das Verhältnis zwischen dem langjährigen deutschen Mittel und den Gradtagen an Ihrem Standort im Abrechnungszeitraum.

Multipliziert mit Ihrem Verbrauch ergibt er den witterungsbereinigten Wert – die Zahl, die Ihr Gebäude in einem durchschnittlichen deutschen Jahr verbrauchen würde. Erst diese Zahl lässt sich mit anderen Gebäuden vergleichen, und genau mit ihr arbeitet auch der Verbrauchsausweis nach Gebäudeenergiegesetz.

Der Nebeneffekt ist aufschlussreich: Der Klimafaktor enthält auch die Lage. Ein Haus im Rheintal steht in einer der mildesten Gegenden Deutschlands, ein Haus im Allgäu in einer der kältesten – zwischen beiden Regionen liegen im langjährigen Mittel rund 40 Prozent Heizbedarf. Der Check nennt Ihnen diesen Unterschied ausdrücklich.

Was ein normaler Heizverbrauch ist

Der Vergleichswert des Rechners beschreibt den typischen witterungsbereinigten Heizenergieverbrauch eines freistehenden Einfamilienhauses, in Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, ohne Warmwasser. Für Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser wird er nach unten angepasst, weil dort weniger Außenfläche auf jeden Quadratmeter Wohnfläche entfällt.

Baualtersklasse und ZustandTypischer Heizverbrauch
Bis 1977, nicht energetisch saniertrund 205 kWh/(m²·a)
Bis 1977, einzelne Maßnahmenrund 160 kWh/(m²·a)
Bis 1977, umfassend energetisch saniertrund 100 kWh/(m²·a)
1978 bis 1994 (Wärmeschutzverordnung 1977/1984)rund 150 kWh/(m²·a)
1995 bis 2001 (Wärmeschutzverordnung 1995)rund 115 kWh/(m²·a)
2002 bis 2015 (Energieeinsparverordnung)rund 85 kWh/(m²·a)
2016 bis 2020rund 60 kWh/(m²·a)
Ab 2021 (Gebäudeenergiegesetz)rund 45 kWh/(m²·a)

Kommt das Warmwasser aus derselben Anlage, rechnet der Check pauschal 15 kWh je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr hinzu. Das entspricht dem Ansatz, den das Gebäudeenergiegesetz in Verbindung mit DIN V 18599 für Wohngebäude vorsieht, umgerechnet von der Gebäudenutzfläche auf die Wohnfläche.

Zusätzlich ordnet der Check Ihren Verbrauch in die Effizienzklassen von A+ bis H ein – dieselbe Skala, die der Energieausweis auf seinem Farbband zeigt. Sie bezieht sich auf die Endenergie inklusive Warmwasser, gerechnet auf die Gebäudenutzfläche.

Die häufigsten Ursachen für einen zu hohen Verbrauch

Liegt Ihr Verbrauch deutlich über dem Vergleichswert, hat das in aller Regel eine benennbare Ursache. In der Praxis der Sachverständigen sind es fast immer dieselben:

  • Kein hydraulischer Abgleich. Die entfernten Heizkörper werden nicht warm, also wird die Vorlauftemperatur hochgedreht – und das ganze Haus zahlt dafür. Der Abgleich ist die günstigste Maßnahme überhaupt und bringt typischerweise 5 bis 15 Prozent.
  • Falsch eingestellte Heizkurve. Eine zu steile Kurve heizt bei milden Außentemperaturen mit voller Vorlauftemperatur. Die Einstellung kostet nichts außer einem Termin.
  • Ungedämmte oberste Geschossdecke oder Kellerdecke. Beides sind Flächen, die sich ohne Gerüst dämmen lassen, und beides gehört zu den Maßnahmen mit der kürzesten Amortisationszeit.
  • Alter Heizkessel im Dauerbetrieb. Ein Konstanttemperaturkessel hält seinen Wasserinhalt das ganze Jahr warm – auch im Juli für das Warmwasser.
  • Feuchtes Mauerwerk. Nasse Wände leiten Wärme deutlich besser als trockene. Ein Feuchteschaden im Sockelbereich kann den Verbrauch eines ganzen Gebäudes spürbar heben.
  • Wärmebrücken und undichte Anschlüsse. Rollladenkästen, Fensterlaibungen und der Übergang zum Dach sind die Klassiker. Eine Thermografie bei Frost macht sie in einer Stunde sichtbar.
  • Ein Fehler in der Abrechnung. Falsch übertragene Zählerstände, ein Zählerwechsel im Zeitraum oder eine Abrechnung über mehr als zwölf Monate verzerren jeden Vergleich.

Was Sie selbst tun können – und wann ein Sachverständiger nötig ist

Die Einstellungsseite der Heizung gehört in die Hand des Fachbetriebs, die Reihenfolge der Maßnahmen aber in eine unabhängige Beurteilung. Wer zuerst die Fenster tauscht und danach die Wände dämmt, verschenkt Geld – die umgekehrte Reihenfolge ist bauphysikalisch fast immer die richtige.

Ein Sachverständiger für die Heizung wird gebraucht, wenn eine neue Anlage die versprochene Leistung nicht bringt, wenn nach einer Modernisierung der Verbrauch nicht sinkt oder wenn zwischen Bauherr und Handwerksbetrieb Streit über die Ausführung entsteht. Geht es um die Gebäudehülle – Dämmung, Wärmebrücken, Feuchte – ist der Gutachter für Wärmeschutz der richtige Ansprechpartner.

In beiden Fällen gilt: Ein schriftliches Gutachten hält fest, was gemessen wurde und welche Ursache belegt ist. Das ist die Grundlage, mit der sich Mängelansprüche durchsetzen lassen – eine Online-Rechnung ist das ausdrücklich nicht.

Was der Rechner nicht kann

Der Check arbeitet mit Kennwerten des Gebäudebestands, nicht mit Ihrem konkreten Gebäude. Er kennt weder Ihre Fensterflächen noch die Ausrichtung des Hauses, weder die Zahl der Bewohner noch Ihre Wunschtemperatur – und jede dieser Größen verschiebt den Verbrauch.

Er ersetzt deshalb keinen Energieausweis. Ein Verbrauchsausweis nach Gebäudeenergiegesetz braucht drei aufeinanderfolgende Abrechnungsperioden und darf nur von berechtigten Personen ausgestellt werden; ein Bedarfsausweis verlangt die Aufnahme aller Bauteile. Was der Check leistet, ist die Vorstufe: eine belastbare Einordnung, ob sich der genauere Blick lohnt.

Was ist ein normaler Heizverbrauch pro Quadratmeter?

Das hängt vollständig vom Baujahr ab. Ein ungedämmter Altbau bis 1977 liegt typischerweise bei rund 205 kWh je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, ein Gebäude nach der Energieeinsparverordnung von 2002 bis 2015 bei rund 85 und ein Neubau ab 2021 bei rund 45 kWh. Kommt das Warmwasser aus derselben Anlage, sind jeweils etwa 15 kWh je Quadratmeter hinzuzurechnen.

Was bedeutet witterungsbereinigt?

Witterungsbereinigt heißt: Der Einfluss des Wetters ist herausgerechnet. Der Verbrauch wird mit dem Klimafaktor des Deutschen Wetterdienstes multipliziert, der das langjährige deutsche Mittel ins Verhältnis zu den Gradtagen Ihres Standorts im Abrechnungszeitraum setzt. Das Ergebnis ist der Verbrauch, den Ihr Gebäude in einem durchschnittlichen deutschen Jahr hätte – erst der lässt sich mit anderen Gebäuden vergleichen.

Woher stammen die Klimadaten?

Aus dem Open-Data-Angebot des Deutschen Wetterdienstes: die Klimafaktoren je Postleitzahl und Abrechnungszeitraum sowie die Monatsgradtage nach VDI 3807 je Messstation samt deren langjährigem Mittel. Beide Datensätze sind frei nutzbar. Der Rechner nennt Ihnen die Entfernung der verwendeten Station und den Bezugszeitraum des Mittelwerts.

Ist der Check ein Energieausweis?

Nein. Ein Verbrauchsausweis nach Gebäudeenergiegesetz setzt drei aufeinanderfolgende Abrechnungsperioden voraus und darf nur von berechtigten Ausstellern erstellt werden. Der Check liefert eine fachliche Orientierung mit derselben Rechenlogik und derselben Effizienzklassen-Skala, ersetzt aber kein Dokument für Verkauf, Vermietung oder Förderanträge.

Wie rechne ich Kubikmeter Gas in Kilowattstunden um?

Über Brennwert und Zustandszahl: Kubikmeter mal Brennwert mal Zustandszahl ergibt Kilowattstunden. Beide Werte stehen auf Ihrer Gasrechnung und hängen vom Netzgebiet ab; üblich sind rund 10 bis 11,5 kWh je Kubikmeter. Der Rechner setzt ohne Ihre Angabe 10,3 kWh je Kubikmeter an – wenn Ihre Abrechnung die Kilowattstunden nennt, ist deren Angabe die genauere.

Warum verbraucht meine Wohnung mehr als die Nachbarwohnung?

Lage im Gebäude, Ausrichtung und Wohnverhalten erklären das meiste. Eine Wohnung unter dem Dach oder über einer Durchfahrt hat mehr Außenfläche, eine Nordwohnung bekommt keine Sonne, und jedes Grad mehr Raumtemperatur kostet rund sechs Prozent Heizenergie. Bleibt der Unterschied nach diesen Punkten unerklärlich, lohnt die Prüfung der Heizkostenverteilung und des hydraulischen Abgleichs.